28.8.09

Wellen wie November

Gestern abend war ich mal wieder auf Valentia Island um einen Workshop vorzubereiten. Die Insel war wegen des starken Windes von wunderbaren Wellen umtobt. Es ist nicht ganz ungefährlich so nah am Meer zu fotografieren, da man nie weiss wie stark die nächste Welle sein wird. Ausserdem sollte man unbedingt darauf achten von wo der Wind weht, sonst kann es ganz schnell passieren das man eine Dusche abbekommt, ein Desaster für jede Digitalkamera,wegen des Meersalz. Das Licht war schon sehr herbstlich und bei 14°C, auch von den Temperaturen her nicht wirklich sommerlich. Bei der Rückkehr zum Auto traf ich einen Angler aus Dingle der mir drei frisch gefangene Makrelen geschenkt hat. Eine nette Überraschung am Abend und ein leckeres Essen, heute mittag. Morge fliege ich für eine Woche nach Südfankreich, in die Sonne.

26.8.09

Und immer wieder Wolkenbilder


The Glen, St. Finian´s Bay mit Blick auf Puffin Island


Ich will mich wirklich nicht über das Sommerwetter bei uns beschweren, nur soviel: in der letzten irischen Ausgabe der Sunday Times wurde eine Webseite eines britischen Wolkenfans, Gavin Pretor-Pinney, vorgestellt, der die Cloud Appreciation Society gegründet hat.
Hier kann man schöne und skurrile Wolkenfotos ansehen und alles was man schon immer über Wolken wissen wollte, erfahren ;
am Computer, wenn es draussen wie aus Kannen regnet und noch dazu stürmt.
Es gibt den Wolkenshop, Wolkenkunst, Gesprächsrunden, Neuigkeiten und ein Klassifizierhilfe, die ich mir eigentlich ansehen müsste.
Das alles mit britischem Humor, den brauchen wir auch in unserem atlantischen Dauertief.

Blick vom Ballinskelligs Castle Richtung Norden

20.8.09

Wolkenbilder bei unterschiedlicher Belichtungszeit




Es scheint uns gerade so, als hätten wir immer nur Sturm und Regen, wenn ich dann in den Fotos vergangener Wochen stöbere, muss ja auch mal Sonne gewesen sein oder zumindest ein Sonnenuntergang.
Hinter unserem Haus kann man von einem kleinen Bergrücken in Richtung Valentia Island schauen.
Die beiden Fotos sind gar nicht weiter bearbeitet (ausser kleingerechnet), es ist nicht ganz einfach, alles im Bild richtig zu erfassen, also probiere ich oft verschiedene Blenden und entsprechende Belichtungszeiten.
Das obere ist mit f/9 und einer zwanzigstel Sekunde aufgenommen und das untere Foto unmittelbar danach mit f/13 und einer vierzigstel Sekunde, beide mit ISO100 und ohne Stativ.
Ein Vorteil der digitalen Fotografie ist schon, dass man viele verschiedene manuelle Einstellungen ausprobieren kann, ohne teuren Film zu verschwenden, also benutzt eure Kameras und seid ein wenig experimentierfreudig.

18.8.09

Portmagee und die kleine Insel Illaunlaughan





Illaunlaughan ist ein kleines Inselchen zwischen Portmagee und Valentia Island, nicht weit von der erst in den frühen siebziger Jahren gebauten Brücke.
Der Name ist entstanden bei dem Versuch aus irischen Wörtern quasi per Lautschrift ein englisches zu machen: Oileán an Lóchán ist der irische Name, Oileán heisst Insel und Lochán könnte der Name eines Mönches sein oder einfach trockenes Gras oder vertrocknete Algen bedeuten.
Zwischen 1992 und 1995 gab es mehrere archäologische Ausgrabungen und Rekonstruktionsarbeiten, resultierend in dieser kompletten kleinen Klosteranlage.
Die ausgegrabenen und mit allen wissenschaftlichen Mitteln untersuchten und datierten Funde zeigen, dass zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert hier Mönche in einer kleinen frühchristlichen Klosteranlage lebten; wie ihre Behausungen und Gebetshäuser aussahen, was sie speisten und wie sie ihre Toten und die vom "Festland" beerdigten.
Übrigens wurden auch nach dieser Zeit Beerdigungen vorgenommen. Es wurden sehr wahrscheinlich nichtgetaufte Kinder und Fremde, deren Religion sich man nicht sicher war oder die aus anderen Gründen nicht in gesegnetem Boden begraben werden durften, hier beerdigt, angeblich das letzte Mal im Jahr 1940.
Die Untersuchungen an den Gebäuden ergaben, dass zuerst (7.-8. Jahrhundert) drei Wohnhäuser und ein kleines Gebetshaus existierten. Sie hatten alle Holzstämmen als Gerüst, waren mit Stroh gedeckt und die Seitenwände über einer Grundmauer aus aufgerichteten Steinen bestand aus Grasnarben oder Torfsoden. Wahrscheinlich gab es zwei Giebelschreine, unter denen Reliquien, d. h. Gebeine wichtiger Mönche oder Heiliger begraben waren.
Vom 8. bis zum 9. Jahrhundert wurden die Gebäude durch Trockensteinkonstuktionen ersetzt. Ausserdem wurde der jetzt noch zu sehende Giebelschrein errichtet, der nun die Gebeine aus den alten Schreinen enthielt.





Es gibt in der näheren Umgebung zwei weitere solcher auffälligen Schreine, einen an der Verbindungsstrasse von Portmagee nach Ballinskelligs , in Killaluaig und den anderen im Glen, St. Finian´s Bay, in Killabuonia.
Diese Rundhütte aus Stein, ähnlich derer auf Skellig Michael, ersetzte zwei vorherige Hütten aus Grasnarben; sie ist fast vollständig rund und ziemlich gross mit 4, 5 m Durchmesser.



Quarzsteine und Jakobsmuscheln wurden vom frühen bis mittleren Mittelalter von Pilgern auf Grabstellen hinterlassen.

Im Juli bin ich mit einer kleinen Gruppe während eines Foto Workshops nach Illaunlaughan gerudert. Wir hatten im Dorf nach einer Transportmöglichkeit gefragt und bekamen prompt ein kleines Boot geliehen.
Man soll bei tiefer Ebbe auch hinüber laufen können, die Beine werden aber bestimmt nass.



Ein ziemlich ausführliches Buch über die Ausgrabungen und deren Deutungen ist Illaunlaughan Island, an early medieval monastery in County Kerry by Jenny White Marshall and Claire Walsh

15.8.09

Skellig Michael, ein Video



Das Video enstand während meines letzten Foto-Workshops auf Skellig Michael und wurde mit einer Lumix LX3 gemacht. Die Original-Qualität im HD Format ist ziemlich gut, leider verliert man beim Komprimieren für den Blog doch einiges an Information. Mit Kameraschwenks und bewegten Bildern zu arbeiten ist noch ziemlich neu für mich aber ich bemühe mich besser zu werden.

Sommerabende auf Valentia Island

f/6.3 bei 1/50sec , Iso200

Es ist wirklich Sommer, wenn auch die Temperaturen nicht wirklich überzeugen, aber dafür sind wir ja in Irland- und sind diese tiefhängenden Wolken nicht wunderschön bedrohlich? Vor allem, wenn man weiss, dass zu Hause ein Feurchen im Kamin flackert...

Die nächsten zwei Fotos sind wieder mit mit einer längeren Verschlusszeit aufgenommen, um die Bewegung der Wellen "festzuhalten". Ich habe in einem früheren Artikel schon mal geschrieben, wie man diesen verschwommenen Effekt beim Fotografieren erzielt.

f/22.0 bei 1/1sec und Iso400

f/13.0 bei 1/1sec und ISO400

13.8.09

Möwen Alarm in Kerry





Es war fast wie in einem Hitchcock Film,
jedesmal wenn jemand einen
Fisch zurück ins Meer warf, stürzten sich sofort zahlreiche Möwen darauf um sich die Beute zu sichern.
Die Fotos entstanden während eines Jugendangelwettbewerbs, der vom Meeresangelclub in Cahersiveen organisiert worden war. Wir waren nur einige Kilometer vor der Küste von Valentia Island unterwegs und die Jungen und Mädchen haben gut zu tun gehabt die vielen Fische ins Boot zu bekommen.
Ich glaube, es handelt sich bei diesen anmutigen, aber sehr lauten und immer hungrigen Tieren um Mantelmöwen, (lasse mich da aber gern belehren).


Sollte jemand Lust auf einen Angeltrip haben und in der Nähe sein, das Büro von Active Holiday Kerry befindet sich in der Marina Cahersiveen, 3 Minuten von der Ring of Kerry Hauptstrasse, die durch Cahersiveen führt.
Für mehr Informationen schaut auf den Link.

11.8.09

Naturfotografien von den Skelligs

Die letzte Veröffentlichung meiner Foto Trilogie über die Skelligs und speziell über Skellig Michael ist nun über die Wunder der Natur: Himmel, Wasser, Gestein und einige der Hauptbewohner über den Sommer: die Puffins, Gannets und Robben.



Die ersten beiden Teile waren über die frühchristliche Klosteranlage auf Skellig Michael und über die Leuchttürme.

9.8.09

Die Leuchttürme auf Skellig Michael

Während der drei Tage, die ich im April auf Skellig Michael verbringen durfte, habe ich jede Minute genutzt um die einzigartigen Bauwerke der Mönche aus frühchristlicher Zeit, aber auch die beiden Leuchttürme und natürlich Himmel und Meer zu fotografieren.
Ich habe hier schon einmal einige Fotos vom noch funktionierenden Leuchtturm auf Skellig Michael gezeigt.
Jetzt gibt es noch mehr in dieser Publikation bei Issuu...

Open publication - Free publishing - More skelligs


Nur noch einige wenige Informationen hier, mehr ist zu lesen im früheren Artikel oder auf der Webseite der Commissioners of Irish Lights .

Der Bau der zwei Leuchttürme begann im Jahre 1821 und war beendet im Dezember 1826.
Der obere Leuchtturm stellte seine Funktion ein im Jahre 1870, es gab jetzt einen Leuchtturm auf Inishtearaght, einer kleinen Blasketinsel, der dessen Aufgabe übernahm.
Dieser obere Leuchtturm war ohnehin nicht sehr zuverlässig gewesen, durch seine Höhe über dem Meeresspiegel war er oft in Wolken verdeckt.

Auf einem der Fotos ist ein Grabstein zu sehen, zwei Kinder eines Leuchtturmwärters starben hier auf Skellig Michael kurz nacheinander und sind innerhalb der Kirchenruine der Klosteranlage beerdigt.

Ballinskelligs Abbey













Das Kloster in Ballinskelligs wurde 1210 A.D. von Mitgliedern des Ordens von St. Augustin gegründet.
St. Malachy, ein irischer Glaubensbruder, war massgeblich für die Verbreitung des Ordens der Augustinischen Canons verantwortlich, nachdem er ein Augustinisches Kloster in Arrouaise in Frankreich besucht hatte.
Im Gegensatz zu dem noch mehr verbreiteten Orden der Zistersienser waren die Augustiner flexibel und weltzugewannt, sie gaben sich nicht nur religiösen Gebeten hin, sondern pflegten Kranke, halfen Bedürftigen und bildeten junge Menschen aus.
Die Mönche von Skellig Michael zogen hierher um als die Wetterbedingungen auf der Grossen Skellig immer unwirtlicher wurden.
Ab 1578 wurde das Land samt Gebäuden an Privatpersonen vergeben, die der englischen Staatsmacht nahe standen, das katholische Kloster wurde im Laufe der Reformationen und politischen Umbildungen geschlossen.
Lange Zeit wurden allerdings noch Beisetzungen sowohl von protestantischer als auch katholischer Seite hier vorgenommen,
die Grabstätten sind überall innerhalb und um die alten Mauern der Klostergebäude angelegt.
Die nahe Lage am Meer liess weitere Zerstörung durch Erosion durch Wind und Salzwasser zu bis eine hohe und starke Mauer zum Schutz gebaut wurde. Heute werden Teile der Gebäuderuinen von staatlicher Denkmalverwaltung und -pflege restauriert, z.B. die eigentliche Kirche mit Glockenturm und das zweistöckige Wohnhaus des Priors.
Zwischen der Kirche und einem weiteren Gebäude, des Refektoriums bestand ehemals ein Klosterinnenhof mit Kreuzgang, hier sind Restaurierungsarbeiten eher schwierig, da die Grabstätten nicht gestört werden sollen.






Dieses Video von dem Gelände der Ballinskelligs Abbey habe ich neulich mit meiner kleinen lumix aufgenommen...

5.8.09

Die Mönche auf Skellig Michael

Vom 6. bis 13. Jahrhundert war die grosse Skellig Heimat für
Gottesnähe und Spiritualität suchende Mönche christlichen Glaubens.
Nicht viel Schriftliches ist überliefert und direkte Aufzeichnungen von dem pyramidenhaften Stein im Atlantik gibt es gar nicht, so dass die eigenwilligen Bauwerke der Gottesmänner uns Raum für Vorstellungen und Hypothesen lassen oder einfach nur Bewunderung und Hochachtung in uns wecken.


Denkmal für die Mönche von Skellig Michael
am Ortseingang von Caherciven

Das Office of Public Works unterhält die Bauwerke auf Skellig Michael (ausser die Leuchtturmanlagen) und über die Jahre sind natürlich Reparaturarbeiten nötig gewesen, nicht zuletzt an den vielen Steinstufen. Die Mönche hatten übrigens drei Landestellen an Skellig Michael, mit drei aufwärts führenden Steintreppen, heute wird eine Landestelle für die Touristenboote genutzt.
Auf dem sogenannten Southpeak, weit höher und unwirtlicher gelegen als die umfriedete Mönchssiedlung mit den bienenkorbartigen Steinhütten, wurden Reste einer Behausung gefunden, die als Hütte für einen einzelnen Eremiten, noch einmal höher dem Himmel entgegen und abgeschieden von den anderen Mönchen auf der Steininsel, interpretiert werden.
Ob man den christliche Glauben teilt oder nicht, dieser Ort ist wirklich ganz speziell und mit "Guter Energie" geladen.


Boote fahren in Sommermonaten bei gutem Wetter, d.h. bei nicht übermässig starkem Seegang.

Früherer Artikel über die Skelligs...
Mehr zur Archäologie und Kulturgeschichte Südkerry´s hier...