21.3.17

Fotografie und Kreativität

Eine meiner Studentinnen brachte kürzlich Lebensmittelfarbe mit zum Unterricht. Sie wollte die Farbe in das Wasser träufeln und dann den Prozess der Auflösung fotografieren. Mir gefiel die Idee vor allem weil ein bestimmtes technisches Wissen notwendig ist um diese Art Fotos zu machen.
Abgesehen vom richtigen Belichten der Aufnahmen muss das Stativ an der passenden Stelle platziert sein damit die Farbe im Wasser leuchtet. Die Gegenlicht Stellung erwies sich als die beste Position.
Das Licht ( eine LED Leuchte) schien von hinten durch das Glas mit dem Wasser und erleuchtete die Farbe während der Auflösung. Ein dunkler Hintergrund ist nicht unbedingt notwendig war aber in unserem Fall gegeben. Die Balance aus ISO, Blende und Belichtungszeit ist schon etwas schwieriger.
Am besten ist es ein Foto vom Wasserglas vorher zu machen und diese Werte zu verwenden.
Manuelle Belichtung funktioniert am besten.
Die Zeiten sollten nicht zu lang sein, in diesem Falle war es 1/30 sec bei Blende f6.3 und ISO 200.
Man kann natürlich mit kürzeren Zeiten die Bewegung der Farbe besser einfrieren, bräuchte dann jedoch eine grössere Blende oder höhere ISO Werte.
Wir hatten in der vorherigen Woche gerade über das sogenannte Exposure Triangle geredet, also die Beziehung von Blende, Zeit und ISO.
Wenn man dann noch zu einem unerwarteten Ergebnis kommt und jeder Versuch ein einmaliges umwiederholbares Foto erzeugt, hat man glaube ich eine ganze Menge über den Charakter von Fotografie und visueller Kunst gelernt. Einfach mal ausprobieren. Der Spass kommt beim machen!
©Michael Herrmann 2017